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Positive Sauerländer Bilanz bei Olympia

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Winterberg/PyeongChang. (ske) Die erhoffte zweite Medaille für die Athletinnen und Athleten des Winterberger Stützpunktes blieb am Schlusstag der olympischen Winterspiele in PyeongChang zwar aus, insgesamt fällt die Bilanz aber positiv aus. Den Glanzpunkt setzte Jacqueline Lölling mit ihrer Silbermedaille im Skeleton. Die durch eine Verletzung gehandicapte Bob-Anschieberin Annika Drazek verfehlte Bronze um einen Wimpernschlag. Der Winterberger Bundestrainer René Spies wurde zum „Goldschmied": Drei Gold- und eine Silbermedaille sind eine überragende Bilanz. Spies brachte nach dem Debakel von Sotschi die deutschen Bobs wieder in die Spur.

„Wenn ich vor den Spielen erklärt hätte, wir fahren nach PyeongChang und holen drei Goldmedaillen, dann hätte man mich entlassen oder für verrückt erklärt", sagte Spies, dessen Trainerlaufbahn am Winterberger Stützpunkt begonnen hat und wo er heute noch die Sportler betreut, wenn es die Zeit erlaubt. „Aber so ist es im Sport, manchmal gehen Entwicklungen schneller als erwartet. Im Moment bin ich leer, was die Zukunft angeht. Aber ich weiß, dass wir wieder ganz hart arbeiten müssen, um diesen Erfolg in Peking 2022 zu wiederholen."

Dann hofft Christopher Weber (BSC Winterberg) wieder dabei zu sein. Sein Ziel war klar und deutlich eine Medaille. Weber war am Schlusstag der Spiele als Mitglied des Viererbobs von Johannes Lochner (Stuttgart) tief enttäuscht über den achten Platz. Lochner hatte keinen richtigen Zugriff auf die Bahn. Auch im Zweierbob hatte Lochner mit Weber als Anschieber eine Medaille verfehlt. Immerhin war es bei Olympia Platz fünf.

„Überglücklich" war Jacqueline Lölling (RSG Hochsauerland) nach dem Gewinn der Silbermedaille hinter der Britin Lizzy Yarnold. „Es waren zwei nervenzerreißende Tage", sagte die 23-Jährige. „Bis zum Schluss war es ein wahrer Nervenkick." Nach zwei Läufen vorn, nach dem dritten auf Platz drei und dann im vierten „blitzsauberen Lauf" auf dem Silberrang: Für Jacqua ging ein Traum in Erfüllung. Vor allem hat sie dem großen medialen Druck standgehalten: Alle hatten von der amtierenden Weltmeisterin und Gesamtweltcup-Siegerin eine Medaille erwartet. „Hinter dem Erfolg steht ein Riesenteam." Großen Anteil am Silberrang hat ihre Heimtrainerin Kathi Wichterle. Die Silbermedaille für Lölling ist die zweite olympische Skeleton-Medaille für den Winterberger Stützpunkt. Kerstin Szymkowiak hatte unter ihrem Mädchennamen Jürgens 2010 bei den Spielen in Vancouver ebenfalls Silber gewonnen und startete auch für die RSG Hochsauerland.

Für Annika Drazek (BSC Winterberg) war Olympia ein regelrechtes Drama. Die Anschieberin im Bob von Stephanie Schneider verfehlte die Bronzemedaille hinter dem kanadischen Schlitten von Kaillie Humphries um acht Hundertstel Sekunden, ein Wimpernschlag. Sie war untröstlich und ließ ihren Tränen freien Lauf. „Wir hatten von uns eine Medaille erwartet", sagte sie. Wenn man bedenkt, dass Drazek mit einer beim Hürdensprint im Training erlittenen Sprunggelenksverletzung und einer leichten Grippe angetreten war und Schneider von muskulären Problemen im Rücken gehandicapt war, ist Platz vier eine herausragende Leistung, zumal die beiden im vierten Lauf gemeinsam mit den Olympiasiegerinnen Mariama Jamanka und Lisa-Marie Buckwitz die schnellste Zeit erzielten. „Was Steffi und Annika hier geleistet haben, kann sich kein Außenstehender vorstellen. Mental war das genau so stark wie der Olympiasieg von Mariama", sagte René Spies. „Der Einsatz von Annika war bis zuletzt fraglich."

Respekt verdient auch die Leistung des Winterberger Bobs Anna Köhler und Erline Nolte. Platz 14 - so lautete das Endergebnis. Das Ziel unter die Top Ten zu fahren, wurde zwar verfehlt, aber die Teilnahme an den Spielen in Südkorea war ihr großes Ziel. Das haben sie erreicht. „Ich bin mit den vier Läufen nicht zufrieden", sagte Köhler. „Aber aus den Fehlern wollen wir lernen. Wir werden in der neuen Saison voll angreifen." Für Köhler war es die erste Saison im Weltcup, Nolte musste sich nach einer schweren Rückenverletzung erst buchstäblich herankämpfen. Beide werden in den nächsten Jahren ihren Weg erfolgreich fortsetzen. Fernziel: Olympia 2022 in Peking.

Zum ungünstigsten Zeitpunkt verletzt, dann aber doch auf dem neunten Platz gelandet. Skeletoni Alex Gassner (BSC Winterberg) hatte zwar von einer Medaille geträumt und diese auch als Ziel ausgegeben: Eine Wadenverletzung, die ihn vor Olympia ereilte, zwang ihn zu einer Trainingspause. Daher fehlte die Explosivität am Start. Gassner hatte sich nach schweren Jahren wieder ins deutsche Weltcup-Team gefahren, der verdiente Lohn war Olympia. Der ehemalige Winterberger Skeletoni und Gesamtweltcup-Zweite Sandro Stielicke postete: „Alex, nach den letzten schweren Wochen bin ich wahnsinnig stolz auf Deine Leistung. Du hast als Skeletoni nach mir die Farben des BSC Winterberg vertreten."

Unterdessen laufen die Vorbereitungen für den großen Empfang der heimischen Sportler auf Hochtouren. Der findet am Samstag, dem 3. März, ab 15 Uhr auf dem Marktplatz mitten in der Winterberger City statt. „Wir freuen uns riesig darauf. Unsere Olympioniken haben sich den großen Bahnhof mehr als verdient", betont Alois Schnorbus, Pressesprecher des Organisationskomitees.

René Spies, der Winterberger Chef-Bundestrainer Bob im Bob- und Schlittenverband für Deutschland, gehört mit drei Goldmedaillen und einer Silbermedaille zu den erfolgreichsten Bundestrainern der Olympischen Winterspiele von PyeongChang.

 

 

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